Beck lebt!

Nachdem schon SPD-Urgestein Müntefering (“Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen!”)  einen “Unfall” mit seinem Flugzeug knapp überlebt hat, herrscht nun bei in der SPD-Parteibasis endgültig lähmendes, ja blankes Entsetzen: Auch Kurt Beck ist wieder aus der Versenkung aufgetaucht. Gewaschen, unrasiert und völlig verwirrt wurde der “Problembär”  in Mainz gesichtet. Dort stammelte er, er sei “in die Politik genötigt worden” und etwas von “Profil schärfen” und immer wieder “Ehegattensplitting”.

Angela Merkel zeigte sich hocherfreut, dass Beck wohlauf ist.  “So lange die SPD von solchen Gestalten dominiert wird, stehen wir ja selbst mit unserem Personal nicht allzu dumm dar”, freute sich die agile Diktatorin und fügte schmunzelnd hinzu:  “Hoffentlich singt er jetzt bald auch mal wieder seinen Song ‘Loser’ für uns!”

Judenmusik verboten!

Was darf man auf einer Demo im Deutschland des Jahres 2009 ?

1. Man darf “Tötet die Juden” brüllen und Bilder von Juden mordenden Terroristen spazierenführen.

2. Man darf keine Judenmusik spielen und kein Englisch sprechen.

3. Man darf, ausgerechnet auf einer Demo gegen den Überwachungsstaat, nicht sein Recht einfordern, eine Dienstnummer zu erfahren.

Und jetzt: Bitte lächeln!

Super Symbolfoto

Dem Volksfreund ist es dank intensiver Recherche gelungen, das erste Foto der Wirtschaftskrise zu machen, und zwar genau in dem Moment, wo diese “zuschlägt”:

Die Krise schlägt zu – auch bei Stihl in Weinsheim.”

Ich gebe zu: Die Krise sieht ganz schön beeindruckend aus. Es wäre aber eventuell ganz einfach, sie reinzulegen: Drücken wir ihr statt einer Axt doch einfach eine Säge in die Hand und behaupten, Bretter vorm Kopf seien mittlerweile rar geworden, und die Rendite beim Verkauf solcher Bretter enorm. In ur-kaptialistischer, blinder Gier wird die Krise das Brett absägen, auf dem sie steht. Und wenn die Krise fällt, werden wir aufstehen!

Vorwärts, zur Wonne!

Original hier.

Andere schöne Symbolfotos gibt’s natürlich hier.

Klicke, Gugge – die Internetrevolution aus dem Saarland

Haben Sie auch schon dieses charaktervolle Automobil in der Stadt gesehen, auf dessen Dach ein Schild befestigt ist mit der erfrischend unprofessionell gemachten Aufschrift “LMAA1.de“?

Prinzipiell liest man das ja gerne als freundlichen Gruß, aber wer die entsprechende Seite aufsucht, erfährt schnell, dass es sich hier nicht um den netten Imperativ handelt, sondern um die Abkürzung für “Liebe macht außergewöhnlich aktiv”. Und eine Zeile höher heisst es, hier werde “Internetgeschichte” geschrieben, und zwar “aus dem Saarland” heraus. Oh ha. Wir lehnen uns zurück und öffnen das erste Karlsberg, verspricht doch eine Unterzeile noch “Temperament inside”.

“Um was geht’s ?”

Es handelt sich um “die erste Seite in Deutschland” (Internet mit Landesgrenzen!), die “ganz offen und ehrlich ist”. Sogar die Steuererklärung werde veröffentlicht! Darauf wartet die Internetgemeinde zwar leider noch, aber was solls, der Kern liegt ja in einer anderen Idee, für die wir, die Leser, “gerne” einen “Zwanny” bezahlen werden, wie der Betreiber schon frohlockt.

Und wahrlich, die Idee des sympatischen saarländischen Internet-Startups ist visionär und unwiderstehlich: Hier kann nämlich jeder ein Bild hochladen! Egal, was darauf abgebildet ist!

Klingt irre – ist es auch! Das im Saarland nicht empfangbare Flickr kann sich jedenfalls schon mal warm anziehen!

Persönlichkeitsrechte sind bei “lmaa1.de” übrigens Nebensache: Offensiv fordert der Betreiber auf, man könne ja nicht nur Bilder “von seiner Hochzeit” oder “der Kommunion” einsenden, sondern auch vom “grimmigen Nachbarn” oder dem “Hausfreund der Nachbarin”. Na, da weden die Drei sich aber freuen!

Weil ein Bild “hochzuladen” (Ob es nach dem Laden auch irgendwo angezeigt wird? Dazu später.) für zwanzig Euro vielleicht doch unverschämt etwas wenig Leistung ist, gibt’s noch Mehrwert: Der Betreiber fügt dem Bild “den Text” (welchen Text?) hinzu, falls man selbst “nicht die Möglichkeit hat”. Tolle Idee: Viele Leute, die ein Digitalfoto per Upload versenden, haben ja gar keinen Zugang zu einem Computer. Der Innovationshexer resümiert:”BOTSCHAFT PUR”! Ja, pur !

Einen Nachweis seiner typographischen Kernkompetenzen liefert der Betreiber am oberen Bildrand, wo neben einem (Stock?)-Foto von einem Auge die Behauptung “trendy!” ins Bild gestanzt wurde. Also, wer dafür keinen “Zwanny” locker macht, ist geizig oder Pfälzer.

Es geht aber, man glaubt es kaum, noch weiter: Der Webmaster verkündet nämlich, im Rahmen eines Gewinnspiels mal eben insgesamt 50.000 Euro(!) an Preisgeldern auszuschütten. Wie man die gewinnen kann?

Lassen wir den modernen Existenzgründer selbst sprechen:

“Ja, Ihr werdet genau 10000 Pixel sehen, auf dem Inhalt ist Euer Inhalt.
Ab dem Ersten Pixel, in der Sparte 1000 Pixel an, von links nach rechts, Zeile für Zeile, Sparte für Sparte.
Immer wenn Ihr einen mietet, wird er sichtbar und Euer Inhalt ist drin. Klicken – guggen.
Auf 7 Pixeln ist je eine Zahl und die Zahlen ab dem Ersten Pixel ergeben nacheinader angereiht die Kombination.
Wenn alle Pixel vermietet sind, blende ich 30 Tage den Kontakt ein über den Ihr einfach die Kombination schickt.”

Alles klar?

“Wenn eine modern denkende Firma die Marktlücke hier erkennt, gern. Kostet 35 € (das macht pro Jahr 7,00 Euro “Portokasse”). “

Wenn das mal kein Schnäppchen ist! Eine Rechnung stellt der Betreiber übrigens auch aus, und zwar “schriftlich”, und nicht, wie sonst im Saarland üblich, in getrommelter Form.

Wir öffnen das zweite Karlsberg und lesen weiter “Enner muß schon de Anfang mache!” in schwerst verständlichem Idiom, den der Webmaster daher noch hilfreich übersetzt: “Einer muss schon den Anfang machen”. Wie wahr. Bitte sehr, nach Ihnen.

Ich habe zwar noch nicht genau verstanden, um was es jetzt genau geht (bin halt Pälzer), aber irgendwas hat es wohl mit 10.000 Pixel zu tun, und da die Startseite verkündet, es seien noch “9999 Pixel frei” scheint das Geschäft noch ein wenig Startschwierigkeiten zu haben. Vielleicht kann dieses Blog ja helfen. Ansonsten wäre es vielleicht eine gute Idee, mit dem Werbefahrzeug mal in etwas südlicheren Gefilden herumzufahren.

Die Seite behinhaltet übrigens auch, etwa versteckt, eine FAQ-Sektion. Dort wird beteuert, das Ganze sei “kein Scherz”, sondern “realer Gewinn” und “reale Steuern” und “passend in der Zeit der Wirtschaftskrise”, wo die Leute ja prinzipiell immer mit dem Geld um sich werfen, um Sachen zu bekommen, die’s woanders in besserer Form umsonst gibt. Es sei “nur etwas ungewöhnlich, dass man mal nicht verwirrend lesen muss”, was nun doch etwas übertrieben ist, ausserdem seien “die Formalitäten direkt erledigt” – was wohl daran liegt, dass es keine gibt: Ein Uploadformular sucht man ebenso wie AGB, die diesen Namen auch verdienten, und die Aussagen zum Umgang mit Daten und den erhofften Tausendern Euro an Geld so lax, dass man den Eindruck gewinnt, die Seite sei von einem besonders naiven Achtjährigen verfasst.

Beim Finanzamt Trier, berichtet der wohl hier lebende Betreiber, habe man über seine grandiose Idee nur nachsichtig “geschmunzelt”. Aber diese Ignoranten wird das Lachen schon vergehen, wenn erst die anderen 9.999 Pixel “vermietet” sind, und das Konto satte 199980 Euro Einnahmen ausweist – wenn nur Privatleute mitmachen. Davon werden 55.000 Euro als Preise zurück gegeben, bleiben 144.980 Euro Gewinn über. Der Betreiber rechnet aber wohl mit Abzügen von knapp 85.000 Euro (Steuern, Anwälte, Serverkosten), weswegen er “nur” mit 60.000 Euro für sein Häuschen rechnet.

Toll, was für innovative Ideen im Internet, achwas, im Saarland geboren werden! Von solchem Unternehmertum sollten wir uns alle eine Scheibe abschneiden, dann ginge es auch wieder aufwärts!

A propos abschneiden: Nach dem Liter Karlsberg hab’ ich einen Mordshunger bekommen. Ich glaub’, ich schmeiß’ den Schwenker an.

Es reicht: Beschwerde beim Presserat wegen TV-Artikel

Der Wittlicher Vergewaltigungs-Versuch ist aufgeklärt. Das ist sehr schön.
Nicht so schön, dass der TV aber die zur Meldung gehörende Kommentarspalte schließen muss, weil “sich einige Kommentatoren mit unsachgemäßen und beleidigenden Texten zu diesem Thema äußern”, wie die Redaktion selbst meldet.
So, so “unsachgemäß” und “beleidigend”, ja?

Tja, liebe “Journalisten”, wundert Sie das?

In Ihrem “Artikel” steht ja nun mal Folgendes zum Täter:

“Der Mann ist 22 Jahre alt, stammt aus Südosteuropa und hält sich illegal in Deutschland auf.”

Dabei lautet die Richtlinie 12.1 des Pressekodex, dem sich meines Wissens auch der TV verpflichtet fühlt:

Berichterstattung über Straftaten
In der Berichterstattung über Straftaten wird die Zugehörigkeit der Verdächtigen oder Täter zu religiösen, ethnischen oder anderen Minderheiten nur dann erwähnt,
wenn für das Verständnis des berichteten Vorgangs ein begründbarer Sachbezug besteht.

Besonders ist zu beachten, dass die Erwähnung Vorurteile gegenüber  Minderheiten schüren könnte.”

Besonders den Sinn des letzten Satzes scheint man in der Redaktion dieser “Zeitung” nicht zu verstehen, oder schlicht zu ignorieren. Oder wo besteht hier bitte der inhaltliche Zusammenhang?

Übrigens: In dem ursprünglichen Artikel über die versuchte Vergewaltigung standen in den (inzwischen ebenfalls gelöschten) Kommentarzeilen vor allem pseudolustige, machohafte Kommentare zu lesen, die das Geschehen nicht wirklich ernst nehmen wollten.

Erst die Gewissheit, dass der Täter wohl ein “illegaler” Ausländer war, ließ den Pöbel mal wieder sein Herz für die Unversehrtheit seiner weiblichen Mitmenschen entdecken.

Es ist dies nicht das erste Mal, dass der Volksfreund dem kochenden Mob einheizt, und sich dann scheinheilig wundert, wenn Unappetitliches dabei rauskommt. Als ein psychisch kranker Ausländer etwa vor einiger Zeit wehrlose deutsche Autos überfiel und schließlich vor Gericht stand, fand man beim Internetportal “16vor” dazu eine lesenswerte, klassische Gerichtsreportage, während der TV nur zu titeln wusste: „Auto-Rambo in Psychiatrie eingewiesen”. Darunter füllte sich die Kommentarspalte mit den in diesem Rahmen zu erwartenden Repliken.

Ich habe wegen des aktuellen Falles beim Presserat eine Beschwerde eingereicht.

Neu: Nazis jetzt auch mit Gewalt !

In Bayern ist man empört, auch im Rest der Republik regt man sich mal wieder für ein paar Tage auf: Die über 100 Toten durch rechte Gewalt (oder sind es, wie die Regierung meint, doch nur 40?) seit dem Mauerfall, die durchschnittlich zwei gewalttätigen Übergriffe pro Tag derzeit – an all das hat man sich gewöhnt, das erwartet man schliesslich von seinen Nazis. Was soll man da machen. Wird ja niemand gezwungen, als Schwarzer in Deutschland zu leben.

Dass jetzt aber nicht nur irgendwelche Ausländer, Penner oder Schwuchteln verkloppt werden, sondern sogar richtige Polizisten angegriffen werden, noch dazu vorm eigenen Eigenheim, das geht dann doch zu weit – das hat eine ganz neue Qualität, wo man mit der alten doch zufrieden war.

Darum wird jetzt wieder ein NPD-Verbot angedacht, obwohl es da ja immer noch das Problem gibt, dass so viele Leute vom Verfassungsschutz Nazis sind. Entschuldigung, oder war das umgekehrt? Na, egal, jedenfalls muss den Nazis jetzt mit aller Härte des Rechts-staats klar gemacht werden, dass Polizisten für Nazis genauso “No-Go-Area” sind wie die befreiten Zonen für Ali und die linken Zecken.

Und wenn dann jeder wieder weiss, wo sein Einsatzgebiet liegt, können wir auch schön Weihnachten feiern.

Was waren das für Zeiten, als Neonazis und Ermittlungsbehörden noch einträchtig zusammenarbeiteten….

[ Für alle, die keine Ironie verstehen: Der Passauer Polizeichef Alois Mannichl hat sich mehr als einmal als integrer Vertreter seines Amtes bewiesen. Umso mehr kann er sich jetzt bei denen bedanken, die aufrechte Leute wie ihn kaltblütig im Stich lassen.]

Versenkt die Gustloff !

Das blonde Maderl mit dem schicken Kapperl mit dem Hakenkreuzerl vornedrauf hat ja, stillgestanden,  mehr als einmal eingeladen, dabei zu sein, beim nächsten großen Erbauungsfilmchen, das zeigen soll, wie doppelt und dreifach die Deutschen gelitten haben: Nicht nur unter dem Joch der Nazis, die aus dem Weltraum kamen, um zu bleiben, sondern auch unterm Ivan, der ja so alles dramatisch falsch verstand und dann in arttypischer Mordlust zuschlug! (Vom dekadenten Ami ganz zu schweigen, der noch heute das Judenpack unterstützt.)

 Und war es ein Erlebnis: Wie der schlaue und adrette Kapitän, so warn’se doch, die Deutschen, tapfer die Schergen von der Partei zusammenstauchend, sich kümmert um die gerade noch aus Königsberg entronnenen, schwangeren und hungernden Massen, die doch nie was taten, ausser ein Volk zu sein und dazu die anderen in den Ofen zu schieben.

Auch seinen Bruder versucht er zu retten, der vor lauter Kummer blind geworden ist für seine Ideale, der seine Mama nicht mehr anruft und “jetzt einen auf Gestapo macht”. Ansonsten wimmelt’s nur so von altverdienten, besonnen Militärs, die’s schaffen, den Arm zum Gruß zu heben und gleichzeitig die Faust in der Tasche zu ballen.

Aber, der Ivan ist ja schon unterwegs: Rot angeleuchtete, verschwitzte Monster brabbeln Unverständliches, es wird wohl Russisch sein. Gewiss triefen die Worte vor barbarischem Morddurst: “Jaahaha, jezze wir vernichtän zähntausänt Bäbies, damiet wier könen värgägawahltiegen ihre reudigä Mütta, was mainst Du, Brrrruder?”

 Also, meinen Segen haben Sie! Versenkt die Gustloff!

“Die Gustloff” ist das schlichteste, schludrigste und scheußlichste Eventmovie seiner Art seit langer Zeit.

SPIEGEL ONLINE 

 

Heute im TV: Beugehaft für Helmut Kohl

Auf Seite 3 seiner heutigen Ausgabe berichtet der TV über die Bestrebungen, Beugehaft für Dr.Helmut Kohl wegen der Spendenaffäre anzuordnen.
Illustriert wird das Ganze von einem Foto des Rechtsstaats, der totgefahren unter einer Plane liegt, daneben das Tatfahrzeug (schöner, alter Benz).

Der hess(!)ische Ministerpräsident Roland Koch, sagte: “Wir haben zu viele kriminelle Eliten in Deutschland”, daher sei es dringend notwendig, endlich entschlossen vorzugehen.

Auch Angela Merkel forderte mit einem gewohnt schiefen Sprachbild, nämlich dem “Warnschuss-Arrest” (nicht zu verwechseln mit dem “finalen Rettungsarrest”),
Politikern und Wirtschaftsführern die Ernsthaftigkeit des Rechtsstaates zu demonstrieren.

Die nun angekündigte Beugehaft gegen Kohl stößt zum Teil auf Kritik. Andere loben den Schritt als schärfstes Instrument eines Rechtsstaates, Unrecht aufzuklären.
Wie auch immer: Für die Bundesanwälte ist es praktisch die letzte Chance, die Mauer des Schweigens zu brechen.

Ein “Verrat” der früheren Komplizen wäre für den Ex-Politiker einer der schlimmsten Verstöße gegen die Regeln von einst. Und die CDU, die sich stets als
“politische Partei” verstand, gilt als brutal im Umgang mit Abtrünnigen.

Kommentator Werner Kolhoff (!) wägt ab: “Man kann diskutieren, ob es klug ist, Helmut Kohl nochmals die Chance zu geben, sich als Staatsmann darzustellen. (…)
Aber in der Sache ist der Antrag alternativlos: Jeder, der etwas weiß, ist zur Aussage verpflichtet. Helmut Kohl aber ist dieses Rechtsstaatsprinzip noch immer nicht wichtig, von Reue ganz zu schweigen.”

Massenmedien: Ausverkauft

Mal wieder was Schönes bei Telepolis, diesmal mit Bezug zu Trier, und indirekt zum TV:
Der Trierer Siedlungs-, Umwelt- und Planungssoziologe Bernd Hamm gibt dort ein Interview zum Thema “Ideologisierung der Massenmedien”. Die Sichtweise des Professors ist recht pessimistisch, und die auch in diesem Internetforum bereits geäusserte Kritik, etwa an der “Boulevardisierung” des TV, findet in Hamms Äusserungen ihre Begründung: Alle relevanten Medien befänden sich inzwischen in den Händen grosser Medienkonzerne, die natürlich nicht nur selbst kapitalistisch wirtschafteten, sondern auch teilweise ganz unverblümt in der Politk mitmischten:

“Sie [die Medien, R.S.] sind vielmehr Instrumente in den Händen der Mächtigen geworden. Dazu gehört, dass die Medien, selbst überwiegend kapitalistisch verfasste Unternehmen, natürlich die Grundprinzipien kapitalistischer Gesellschaftsorganisation nicht angreifen werden – ausser wenn sich daraus punktuell Profit schlagen lässt. Dazu gehört auch, dass die Medien systematisch verschweigen, was unsere Gesellschaften im Innersten umtreibt: die Auseinandersetzung zwischen Kapital und Arbeit, das, was Marxisten Klassenkampf nennen. Medien sind hier Partei, nämlich Teil des Kapitals und von ihm abhängig, und werden schon deshalb alles unternehmen, unsere Gesellschaft als wenigstens dem Prinzip nach sozial gerecht und demokratisch darzustellen, auch wenn das längst nicht mehr mit der Wirklichkeit übereinstimmt. Eine realistische Chance, dass die Medien selbst wieder zu einer kritischen Berichterstattung übergehen, besteht in meiner Wahrnehmung nicht.”

Auch der Holtzbrinck-Konzern, in dem der TV integriert ist, wird von Hamm ausdrücklich erwähnt:

“Der hat inzwischen (neben zahlreichen Zeitungen) alle wichtigen Taschenbuchreihen (bis auf Suhrkamp) aufgekauft und sogleich kritische Reihen – wie Rororo-Aktuell oder Fischer alternativ – eingestellt.”

Der Ausblick des Professors ?

“Die Herrschaft des Kapitals über die Medien, weltweit ebenso wie bei uns, wird sich weiter perfektionieren.”

Bin mal gespannt, ob ich hiermit auch im “Best of Blog”-Kasten auf der Seite 2 lande…